Das Mondfest - Zhongqiu Jie

Das Mondfest ist eines der wichtigsten traditionellen Feste in China und wird üblicherweise im Familienkreis gefeiert. Es findet am 15. Tag des achten Monats nach dem traditionellen Mondkalender, wenn der Vollmond am größten ist, statt.

 

Viele Familien machen am Mondfest einen Ausflug. Meist wird gegrillt und es werden Mondkuchen und Pomelos, die in Form und Farbe an den Vollmond erinnern, gegessen und am Abend wird gemeinsam der Vollmond betrachtet. Neben dem Familientreffen gibt es in vielen Regionen auch öffentliche Feierlichkeiten wie z.B. Laternenausstellungen, Drachentanz und Akrobatikvorführungen.

Geschichte

Das Mondfest hat seinen Ursprung in einer alten Opferzeremonie für die Mondgöttin, bei der die chinesischen Kaiser des Altertums im Herbst dem Mond Opfer darbrachten. Ab der Tang-Dynastie (618 bis 907) gewann das Mondfest zunehmend an Bedeutung, zunächst am kaiserlichen Hof, später folgten die Adligen und Literaten dem Beispiel der Kaiser und bewunderten an diesem Tag den hellen Vollmond. In der Ming- und Qingzeit (14. bis Anfang 20. Jh) verbreitete sich dieses Fest in China immer mehr.

Mythologischer Hintergrund

Im Volksmund sind viele Legenden zur Herkunft des Mondfestes entstanden. Die Berühmteste ist die Geschichte von Chang'e, zu der verschiedene Varianten existieren.

Eine besonders Schöne heißt:

Chang'e, die zum Mond fliegt

Früher kreisten zehn Sonnen um die Erde, deren vereinte Kraft die Ernten verdorren ließen.

Um die Menschen vor dem Verhungern zu retten, schoss Hou Yi, ein begnadeter Bogenschütze, neun der zehn Sonnen mit Pfeilen vom Himmel. Doch diese zehn Sonnen waren die Söhne des Himmelskaisers Jade, der über den Tod seiner neun Söhne sehr zornig war. Deshalb verbannte der Jadekaiser Hou Yi und dessen Frau Chang'e von der Erde.

Als die Göttin des Westens dies erfuhr, hatte sie Mitleid mit Hou Yi und gab ihm ein Unsterblichkeitselixier. Doch Chang'e trank heimlich dieses Elixier und kaum hatte sie es hinuntergeschluckt, wurde ihr Körper leichter und leichter und sie schwebte zum Himmel empor. Da Chang'e fürchtete, dass die Himmelsgötter sie auslachen würden, suchte sie auf dem Mond Zuflucht und baute sich einen Palast. Seitdem lebt Chang'e als "Frau im Mond" in ihrem Mondpalast.

Sie ist die chinesische Mondgöttin. Sie lebt jedoch nicht ganz alleine auf dem Mond. Besonders zum Mondfest, wenn der Mond ganz groß und rund am Himmel steht, kann man als schwarzen Schatten manchmal Wu Gang, den Holzfäller, sehen, der von den Göttern auf den Mond verbannt wurde. Und auch der Jadehase, den die Unsterblichen für eine gute Tat mit ewigem Leben im Mondpalast belohnten, leistet Chang'e Gesellschaft.

Gebräuche

Die drei Wichtigsten sind:

  • den Mondschein genießen,
  • die Dekoration der Straßen mit Mondfestlaternen und
  • das Verschenken und Genießen von Mondkuchen.

Die vollmondförmigen, Handtellergrossen Mondkuchen, die ursprünglich Opfergabe waren, werden nie für den Eigenbedarf gekauft, sondern am Mondfest an Verwandte, Freunde, Nachbarn, Angestellte verschenkt. Die Füllung kann salzig oder süß sein und jede Bäckerei hat ein eigenes Rezept.